Energie-Atlas Verlag
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1.4.1
Meeresenergie, Übersichtskarte

Folgende Standorte zur Nutzung der *Gezeiten sind untersucht worden (Auswahl) oder werden aktuell genutzt [WEC 2007]:

1
Bay of Fundy, Kanada
Bestehendes Gezeitenkraftwerk bei Annapolis Royal, Leistung 20 MW, Elektrizitätsproduktion über 30 GWh/a.
Studie für die Nutzung des Minas- und des Cumberland-Beckens im Norden der Bay: Energieproduktion 17 TWh/a (d.h. Leistung in der Größenordnung von 10 GW).
2
St. Malo, Frankreich
Bestehendes Gezeitenkraftwerk an der Mündung der Rance. Leistung 240 MW, Elektrizitätsproduktion 640 GWh/a.
3
Großbritannien
Studien für die Gezeitennutzung an folgenden Flussmündungen:
Severn, Leistung 8640 MW.
Mersey, Leistung 700 MW.
Duddon, Leistung 100 MW.
Wyre, Leistung 64 MW.
Conwy, Leistung 33 MW.
Studien für die Nutzung der Gezeitenströmung an folgenden Standorten:
Insel Anglesey, Leistung 10 MW mit Potenzial bis 100 MW.
Insel Alderney, Leistungspotenzial 750 MW bis 3 GW.
4
Norwegen
Nutzung der Gezeitenströmung: Kvalsundet (bei Hammerfest), im Bau, 0.7 MW.
Bei Tromsø, geplant, 1 MW.
5
Barentssee, Russische Föderation
Kislaya-Bucht, im Bau, 1.5 MW.

6
Weisses Meer, Russische Föderation
Studie für Mezenski-Bucht, Leistung 15 GW, Elektrizitätsproduktion 40 TWh/a.
7
Ochotskisches Meer, Russische Föderation
Studie für Tugurki-Bucht, Leistung 8 GW, Elektrizitätsproduktion 20 TWh/a.
8
Republik Korea
Sihwa Lake (künstlicher See): 254 MW, im Bau.
Gangwa (südöstlich Seoul): 812 MW, geplant für 2015.
9
China
Mehrere bestehende Gezeitenkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 11 MW.
Machbarkeitsstudie für eine weitere Versuchskraftwerks-Einheit von 10 MW.
10
Sundarbans, Indien
Geplantes Gezeitenkraftwerk mit 3.65 MW Leistung.
11
Golfs von Khambat und Kutch, Indien
Studien für die Gezeitennutzung an folgenden Lagen:
Golf von Khambat, Leistung 7000 MW, Elektrizitätsproduktion 16.4 TWh/a.
Golf von Kutch, Leistung 900 MW, Elektrizitätsproduktion 1.6 TWh/a.
Die bestehenden Gezeitenkraftwerke weisen eine Gesamtleistung von rund 0.3 GW auf. Die im Bau oder in konkreter Planung befindlichen Werke umfassen etwa 1.1 GW Leistung.

Für die Wellenenergie sind vor allem die Westküsten oberhalb etwa 20 bis 30 Grad nördlicher Breite bzw. unterhalb 20 bis 30 Grad südlicher Breite interessant: Sie sind den Wellen ausgesetzt, die von den dort vorherrschenden Westwinden erzeugt und zu den Küsten getrieben werden. Kommerziell betriebene Anlagen existieren indessen noch keine.

Für die Nutzung der Wärmedifferenzen nach dem *OTEC-Verfahren kommen die tropischen Meere in Frage (zwischen 30° Nord und 30° Süd); ferner Gebiete, die im Einflussbereich warmer Meeresströmungen liegen. Kommerziell betriebene Anlagen existieren noch keine.