Max Blatter  –  Die persönliche Ecke


Minarette und Atomkraftwerke –
Toleranz oder Angst

Ich möchte eine Parallele zwischen zwei völlig unterschiedlichen Themen aufzeigen: den Atomkraftwerken und den Minaretten. Beides sind Teile höchst komplexer übergeordneter Themen. Bei beidem gibt es begründete Ängste im Volk. Bei beiden wurde ein populistisches Rezept präsentiert: keine AKW hier, keine Minarette dort. Der Unterschied ist: Bei den AKW konnten die Ängste durch sachliche Diskussion z.T. überwunden werden. Das wurde bei den Minaretten, leider, verpasst.

Hier die Angst vor einem schweren AKW-Unfall, der sich zu einer Katastrophe ausweiten könnte. Nicht unbegründet, denn es ist 1986 in Tschernobyl schon einmal geschehen, mit Auswirkungen bis nach Mitteleuropa.

Damit kann man auf zwei Arten umgehen:
Entweder man baut ein Feindbild auf, das sich gegen den Bau und Betrieb aller AKW richtet, wie es die politische "Linke" tut (in Deutschland überschwappend bis in die konservativen Parteien).
Oder man lernt aus der Katastrophe, verbessert die Sicherheit der AKW, diskutiert das Thema offen in und mit der Bevölkerung.

Zum Glück hat die Schweiz hier den zweiten Weg eingeschlagen und ist auf ihm schon weit fortgeschritten.

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Und dort die Angst vor der so genannten Islamisierung der Welt, assoziiert mit Gewalt und Terror. Auch nicht ganz unbegründet, denn immerhin kamen die Drahtzieher des größten Terroranschlages vom 11.09.2001 aus der islamischen Welt.

Auch diesem Thema kann man auf zwei Arten begegnen:
Entweder man kreiert ein Feindbild (wie es die politische "Rechte" tut), das sich gegen den Islam als Religion wendet und zum Beispiel mit dem Minarettverbot Symptombekämpfung betreibt.
Oder man erkennt, dass man zwar die westliche Rechtsordnung auch bei den muslimischen Miteinwohnerinnen und Miteinwohnern vehement durchsetzen muss, dass sich dies aber niemals gegen die legalen Traditionen des Islams richten darf.

Da hat die Schweiz leider vorübergehend den (nur scheinbar einfacheren) ersten Weg eingeschlagen.

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Weder bin ich Muslim noch möchte ich es werden. Und ich arbeite nicht für AKW, sondern für die erneuerbaren Energien. Dennoch hoffe ich, dass sich bei beiden Themen die offene Diskussion und in der Folge auch die Toleranz durchsetzen wird.


Siehe dazu auch:
Nuklearenergie-Politik und
Religion und Toleranz