Max Blatter
dipl. El.-Ing. ETH
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Energiepolitisches Credo

Langfristig – und das heißt für mich: bis spätestens zum Ende dieses Jahrhunderts – führt kein Weg an einer Energieversorgung vorbei, die weltweit zu 100% frei von CO2-Ausstoß und nuklearen Risiken ist. (Seit den Ereignissen in Japan ist für mich – anders als vorher – die langfristige Weiterverwendung oder gar ein Ausbau der Kernenergie keine Option mehr.) Die Herausforderung besteht darin, trotz dieser Vorgaben für alle Länder und alle Bevölkerungsschichten genügend Energie zur Verfügung zu stellen.

Heruntergebrochen auf die Schweizerische Energiepolitik bedeutet dies, dass der Bruttoverbrauch an fossilen Energien von 640 PJ/a durch andere Energien zu ersetzen ist (bis auf rund 50 PJ/a; dies entspricht der nicht-energetischen Nutzung z.B. für die Petrochemie, unter Berücksichtigung eines Wachstums von 1% jährlich). Gleiches gilt für die nukleare Elektrizitätsproduktion von rund 26 TWh/a.

Energiepolitik CH

Ist man sich über diese Ziele einig – die man durchaus in der Verfassung festschreiben sollte(!) – muss diskutiert werden, wie schnell und durch welche Maßnahmen das Jahrhundertziel erreichbar ist. Dabei wird es darum gehen, die ökonomischen Möglichkeiten zu schaffen, um die ökologisch notwendigen Entwicklungen umsetzen zu können.

Eckpfeiler werden sein:

  • Energieversorgung mit 100% erneuerbaren Energien sicherstellen.
    Das lässt sich nur mit einer Vielfalt verschiedener Energieressourcen und Energieträger erreichen, was eine intelligent vernetzte Energieversorgung bedingt (wie man sie heute schon im Ansatz bei Elektrizitätsnetzen findet). Ein politisches Forcieren etablierter Technologien wird nicht ausreichen; es braucht echte Innovationen.

  • Weiterentwicklung und Förderung energieeffizienter Technologien auf Verbraucherseite.

  • Forschung an der Kernfusion und am CO2-Capturing:
    Ja – aber die erneuerbaren Energien haben Priorität.

Allgemeines politisches Credo

Natürlich gibt es auch Credo-Punkte außerhalb der Energiepolitik. Meist geht es mir darum, scheinbar widersprüchliche Forderungen unter einen Hut zu bringen. Einige Schlagworte dazu:

  • Soziale Marktwirtschaft:
    Keine Polarisierung zwischen sozialen und wirtschaftlichen Anliegen. "Schwache" unterstützen, ohne die "Starken" zu behindern. Kreative(!) Leistungen fördern.

  • Liberale Grundwerte:
    Absolute Toleranz gegenüber Andersdenkenden und Zugehörigen beliebiger Religionen, verbunden mit aktiver Auseinandersetzung(!) in beiden Richtungen.

  • Vollbeitritt der Schweiz in die EU:
    Die europäische Zukunft aktiv mitgestalten statt passiv erleiden. Je schneller wir uns zum Vollbeitritt entscheiden, desto bedeutender kann unsere Rolle innerhalb der EU sein. Dazu ist rasch(!) auf die nötige Akzeptanz bei den eigenen Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern hinzuarbeiten.

Nach einigen Jahren Mitgliedschaft bei der →CVP und Kontakten mit den →Grünliberalen habe ich festgestellt, dass meine Meinungen offensichtlich zu differenziert und gleichzeitig zu dezidiert sind, als dass sie in das einengende Korsett einer politischen Partei passen könnten. Somit habe ich mich wieder für die Parteilosigkeit entschieden.